Finnland per Rad

Vorbereitung

Routenplanung

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung Ihrer Tour. Spontane Radwanderungen sind zwar immer möglich, eine sorgfältige Planung gewährleistet jedoch gerade bei längeren Strecken einen unkomplizierten Ablauf. Wenn die Unterkünfte schon im Voraus reserviert sind und Sie sich umfassend mit der Route vertraut gemacht haben, bleibt unterwegs mehr Zeit für Spaß und Erholung. Sie vergeuden morgens keine Zeit bei der Suche nach der nächsten Unterkunft und können das Radfahren genießen, ohne ständig ihren jeweiligen Standort prüfen zu müssen.

Bei der Planung einer Radwanderung ist es wichtig, die Etappen realistisch und unter Berücksichtigung der eigenen Kondition einzuteilen. Eile ist hier fehl am Platz, denn unterwegs gibt es zahlreiche Orte, an denen sich eine Rast lohnt – um die Natur zu genießen oder einfach nur um Kraft zu tanken. Planen Sie also genügend Pausen ein.

Zeitplanung

Realistische Tagesetappen haben eine Länge zwischen 30 und 100 Kilometern. Die Länge sollte sich in erster Linie nach der eigenen Kondition, den Anforderungen des Geländes, den Windverhältnissen und der Anzahl und Dauer der gewünschten Stopps richten. An heißen Tagen legt auch der erfahrenste Radfahrer weniger Kilometer zurück als an kühlen. Die Tagesetappen sollten während der gesamten Tour angemessen gewählt werden, damit die Wanderung nicht zu anstrengend wird und der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Eine durchschnittliche Tagesetappe hat eine Länge von 40 bis 60 Kilometer. Einen angenehmen Rhythmus erreichen Sie, wenn Sie mindestens alle zwei Stunden eine Pause einlegen. Es fährt sich viel leichter, wenn man weiß, dass hinter der nächsten Kurve ein Rastplatz wartet.

Bei angenehmer Geschwindigkeit können durchschnittlich 15 bis 17 Kilometer pro Stunde zurückgelegt werden, das sind etwa 60 Kilometer in vier Stunden. Dazu kommen noch Stopps und Pausen. Die Gesamtstrecke sollte in mehrere Abschnitte unterteilt werden. Da es unterwegs immer unvorhergesehene Hindernisse auftreten können (Gegenwind, Regen, technische Probleme, Straßenzustand, falscher Weg, Krankheit usw.), sollte der Zeitplan nicht zu straff sein. Bei längeren Radwanderungen empfiehlt sich auch ein Ruhetag. Die Faustregel sieht einen Ruhetag pro Woche vor. Wenn Sie noch nie mehrtätige Radwanderungen unternommen haben, beginnen Sie zunächst mit einer Wochenendtour und gewöhnen Sie sich so nach und nach an längere Touren. 4 bis 6 Tage haben sich als geeignete Dauer für eine Fahrradtour erwiesen. Radwandern macht von Mal zu Mal mehr Spaß und die Tourenlänge nimmt langsam zu.

Auf Radwanderungen möchte man gewöhnlich lokale Landschaft und Kultur kennenlernen und genießen. Planen Sie genügend Zeit für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten oder andere Freizeitaktivitäten wie Baden oder Saunabesuch ein. Tauchen Sie in das entspannte Ambiente der Dörfer und Städte ein. Viele Radwanderer bevorzugen es, von der üblichen Route abzuweichen und die lokale Lebensart näher kennenzulernen, zum Beispiel bei einem Marktbesuch oder auf einer abendlichen Tanzveranstaltung. Dazu gehört auch gutes Essen. Gerade auf dem Land gibt es viele erstklassige Restaurants, die regionale Spezialitäten anbieten – und nach einer anstrengenden Etappe knurrt jeder Magen. Denken Sie daran, auf langen Touren genügend zu essen, zu trinken und zu schlafen, damit das Fahrradfahren nicht zur Tortur wird.

Übernachtung und Verpflegung

Unterkünfte sollten am besten im Voraus reserviert werden. In Finnland gibt es nur begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Land, und die wenigen Zimmer können zur Sommerzeit und oft auch lange in den Herbst hinein an den Wochenenden ausgebucht sein. Das Niveau reicht von schlicht bis gehoben, es gibt Bed & Breakfast, Campingplatz, Feriendorf oder vor allem in der Region Uusimaa Übernachtung auf dem Gutshof, es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Um Gepäck zu sparen, sollten Sie eine Unterkunft wählen, in der Bettwäsche inklusive ist. Oft steht den Gästen eine Waschmaschine zur Verfügung, mit der man schnell die Fahrradbekleidung durchwaschen kann. Erkundigen Sie sich im Voraus, wo diese Möglichkeit besteht. Der Service in den meisten ländlichen Unterkünfte ist jedoch so persönlich und unkompliziert, dass sich eine Wäschemöglichkeit einrichten lässt.

Wir haben unter den jeweiligen Touren Vorschläge für Übernachtungsmöglichkeiten, die in Hotel- und sonstige Unterkünfte unterteilt sind. Über die angegebenen Links gelangen Sie direkt auf die Webseite des Anbieters. Die Lage der Unterkunft können Sie über Google Maps am rechten Rand des Tourenvorschlags einsehen. Online-Buchungen sind oft möglich und empfehlenswert. Viele Anbieter sind zum Beispiel im Portal booking.com zu finden.
Auch die Verpflegung ist ein wichtiger Bestandteil einer Fahrradtour. Vor allem abends sehnt man sich nach einer gemütlichen und köstlichen Mahlzeit. Nach einem Tag voller Bewegung an der frischen Luft schmeckt das Essen besonders gut. In Mitteleuropa hat der gastronomieorientierte Tourismus eine lange Tradition, sodass es dort bereits ein großes Angebot an verschiedenen Radwanderungen mit kulinarischen Themen gibt.

Morgens empfiehlt sich ein ausgiebiges Frühstück. Brei, Eier, Joghurt, Brot und Gemüse sind eine gesunde Tagesgrundlage. Versorgen Sie sich mit genügend Proviant und Getränken, falls es unterwegs keine Restaurants oder Supermärkte gibt. Oft bieten die Unterkünfte günstige Lunchpakete an. Mit gut belegten Broten, Obst und ausreichend Wasser macht die Tour erst richtig Spaß. Trinkflaschen können zum Beispiel in der Flaschenhalterung des Fahrrads oder im Rucksack verpackt werden. Leider sind die Informationen zu Supermärkten, Kiosks oder Restaurants in den Radwanderführern nicht immer auf dem aktuellen Stand. Auf dem Land kann es mitunter vorkommen, dass die Entfernung zur nächsten gastronomischen Einrichtung mehrere Stunden betragen kann. Sportlersnacks mit hohem Energiegehalt bieten natürlich auch eine gute Alternative. Beim Fahrradfahren verbrennt der Körper so viele Kalorien, dass ein kräftiges Frühstück ein absolutes Muss ist und abends trotzdem ordentlich beim Essen zugelangt werden kann.

Fahrradtouren mit Kindern

Auch mit Kindern sind Radwanderungen nicht problematisch, sondern stellen im Gegenteil eine gute Freizeitaktivität dar. Kinder sind meistens begeisterte Radfahrer, deren Kondition auch oft die der Erwachsenen übertrifft. Für kleinere Kinder eignet sich zum Beispiel ein Kinderanhänger, Kinder ab 6 oder 7 Jahren können schon mit dem eigenen Fahrrad fahren. Starten Sie mit Touren von zwei bis drei Tagen und achten Sie darauf, dass die Tagesetappen nicht länger als 30 Kilometer sind. Kinder ab 13 Jahren können täglich zwischen 60 und 80 Kilometern bewältigen, jedoch nicht viele Tage hintereinander. Unterteilen Sie die Strecke in mehrere Abschnitte und legen Sie genügend kleinere Pausen ein. Für Erwachsene können kurze Stehpausen am Seitenstreifen ausreichen, Kinder sollten dagegen immer ganz vom Fahrrad steigen. Für Pausen eignen sich zum Beispiel Badestrände, Spielplätze oder andere kinderfreundliche Orte. Ein Eis schmeckt nach einer anstrengenden Etappe besonders gut. Planen Sie außerdem mit dem Fahrrad leicht erreichbare Ausflugsziele speziell für Kinder ein, zum Beispiel das Wissenschaftszentrum Heureka oder den Freizeitpark Puuhamaa. Bitte lassen Sie bei einer Radwanderung mit Kindern besondere Vorsicht walten. Das Fahrradfahren mit Kleinkindern ist oftmals aufwändig und auf engen Seitenstreifen auch gefährlich. Bevorzugen Sie also wenn möglich Fahrradwege.

Gruppentouren

Radwandern in Gruppen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Warum nicht einmal einen Ausflug mit Freunden planen? Für Fahrradtouren in der Gruppe gelten dieselben Regeln wie für andere Gruppenreisen: Strecken, Unterkünfte und Finanzielles sollten im Voraus vereinbart werden. Nach einer Tagesetappe ist man oft erschöpft und hungrig. Zuerst also ab unter die Dusche und dann eine kräftige Stärkung. Hier noch ein paar wichtige Regeln:

Zusätzliches Fahrzeug

Bei großen Gruppen könnte es sinnvoll sein, ein Auto dabei zu haben, mit dem zum Beispiel ein Teil des Gepäcks oder erschöpfte Fahrer transportiert werden können. Auch Wartung und Reparatur der Fahrräder ist auf diese Weise einfach möglich, da im Fahrzeug neben Verpflegung auch Ersatzteile befördert werden können.

Sicheres Fahren

Bitte fahren Sie in der Gruppe nicht neben-, sondern hintereinander und mit genügend Abstand zum Vordermann. Damit vermeiden Sie unnötige Gefahrensituationen für sich und andere. Denken Sie daran, dass die Fahrradfahrer in der Gruppe nicht unbedingt die gleiche Kondition und dieselben Bedürfnisse haben. Harmonie funktioniert nur, wenn niemand überfordert wird.

Sonstiges

Das finnische Straßenamt veröffentlicht jährlich eine Baustellenkarte, in die Sie vor Ihrer Fahrt unbedingt einen Blick werfen sollten. Das Wetter kann zum Beispiel online unter www.foreca.fi abgerufen werden. Nützliche Informationen sind u. a. Regenwahrscheinlichkeit und Windstärke. Regen an sich ist kein Problem, es kommt nur auf die richtige Ausrüstung an. Starker Gegenwind hingegen kann lästig sein, sodass es sich in solchen Fällen anbietet, einen Teil der Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.