Finnland per Rad

Historischer Königsweg nach Osten zur russischen Grenze

Helsinki–Porvoo–Loviisa–Kotka–Hamina–Virolahti/Miehikkälä–Lappeenranta–Saimaa-Kanal–Lappeenranta
Länge: 413 km
Dauer: 8 Tage/7 Nächte
Schwierigkeitsgrad: mittlerer Schwierigkeitsgrad

Höhepunkte

- Die alten Stadtzentren von Porvoo und Loviisa aus dem 18. Jahrhundert
- Festung von Hamina und außergewöhnliche kreisförmige Bebauung
- Seenlandschaft Saimaa und Saimaa-Kanal
- Gemeinsame Geschichte von Finnland, Schweden und Russland
- An der Route gibt es mehrere fantastische Möglichkeiten für Wasserwanderungen (Porvoo, Kotka, Loviisa, Hamina und Lappeenranta).

Der Königsweg diente seit dem 15. Jahrhundert als Postweg zwischen Schweden und Russland. Der östliche Abschnitt des Königswegs führt durch reizvolle historische Kleinstädte und Dörfer, an der Küste entlang bis hin zur Ostgrenze und zum Saimaa-See. An der Strecke liegen die idyllischen Kleinstädte Porvoo, Loviisa, Kotka und Hamina, viele historische Sehenswürdigkeiten und eine herrliche Natur. Die Route bietet einen Einblick in die abwechslungsreiche Geschichte Finnlands unter dem Einfluss zweier Weltmachten. Hier findet man zahlreiche Zeugnisse der schwedischen und russischen Herrschaft. Von mehreren Städten aus kann man Ausflüge aufs Meer unternehmen, von Lappeenranta aus werden Kreuzfahrten auf den Saimaa-See unternommen.

1. Tag: Maritimes Helsinki und idyllisches Porvoo Helsinki–Porvoo 62 km

Die Route von Helsinki nach Porvoo verläuft an der Ostküste der Hauptstadt und bietet eine schöne Aussicht auf das maritime und grüne Helsinki. Die beeindruckenden Bootsreihen von Pohjoisranta und Merihaka, die eleganten Villen in Kulosaari und die Badestrände in Herttoniemi werden von Laubwäldern abgelöst. Hinter Helsinki geht es aufs Land. Nach dem Landgut „Haikon Kartano“ wird die Fahrt am idyllischen Fluss Porvoojoki in Richtung Porvoo fortgesetzt.

Porvoo ist die zweitälteste Stadt Finnlands und ein bekanntes Fremdenverkehrsziel, das auf eine interessante Geschichte zurückblicken kann: Im Jahre 1809 tagte dort auf Geheiß des damaligen russischen Zaren Alexander I. der Reichstag. Die Altstadt von Porvoo besteht aus idyllischen Holzhäusern. Im Sommer tummeln sich Touristen und Einheimische in den Fußgängerstraßen. Am Abend ist das Flussufer ein beliebter Treffpunkt, hier kann man die hellen finnischen Sommernächte in vollen Zügen genießen.

2. Tag: Finnische Landidylle, historisches Kirchdorf Pernaja und Holzhausviertel von Loviisa Porvoo–Loviisa 52 km

Vom berühmten Porvoo aus geht es weiter in Richtung Osten über Veckjärvi und Jakari bis nach Isnäs. Die Strecke führt durch hügelige Landschaften, Siedlungen oder schattige Wälder. Der Duft von Walderdbeeren, frisch gemähtem Gras und Sommer erfüllt die Luft.
Nächster Haltepunkt ist das Kirchdorf Pernaja. Im Dorf gibt es ein kleines Café und eine wunderschöne mittelalterliche Kirche. Pernaja ist der Geburtsort von Mikael Agricola, der das Fundament für die finnische Literatursprache legte. Objekte, die mit seinem Leben verbunden sind, sind mit Agricola-Schildern gekenn-zeichnet. Von Pernaja aus ist es nicht mehr weit bis Loviisa, dessen hoher neugotischer Kirchturm weithin sichtbar ist. Loviisa ist im Sommer eine belebte Stadt, die zahlreiche reizvolle Übernachtungsgelegenheiten bietet. Der alte Holzhausviertel ist eine Mischung aus schön gepflegten Einfamilienhäusern und Gärten,neben dem Marktplatz stehen Steinhäuser aus dem 19. Jahrhundert.

3. Tag: Festungen aus dem 18. Jahrhundert und Eisenhüttendörfer. Fischerhütte des russischen Zaren Loviisa–Kotka 66 km 

Wenn man von der Stadt aus nach Osten weiterfährt, kommt man an den im 18. Jahrhundert erbauten Fes-tungen vorbei, die man über einen Naturpfad besuchen kann. Wenn man dem alten Königsweg folgt, kommt man zu einem Eisenhüttendorf aus dem 18. Jahrhundert. Im stimmungsvollen Hüttengebiet arbeiten im Sommer Handwerker, hier gibt es Übernachtungsgelegenheiten, ein Restaurant und ein Café. Nach den Hütten schlängelt der schmale Weg an Wäldern, Holzschlaggebieten und kleinen Stromschnellen vorbei, bevor man das Hüttengebiet von Stockfors sowie das Dorf Pyhtää erreicht. Vor Kotka kommt man noch an der imposanten Stromschnelle Langinkoski und an der kaiserlichen Fischerhütte vorbei, die der russische Zar Alexander seinerzeit am Ufer errichten ließ.

4. Tag: Seestädte Kotka und Hamina Kotka–Hamina 30 km

Da die Tagesstrecke kurz ist, empfiehlt es sich noch, am Vormittag die Sehenswürdigkeiten von Kotka zu besuchen. Lohnenswerte Besuchsobjekte sind das Seezentrum Vellamo und das Aquarium Maretarium. In den schönen Parks von Kotka kann man einen entspannten Spaziergang unternehmen. Auf dem durch Siedlungen verlaufenden Radweg gelangt man dann schnell nach Hamina. Hamina ist besonders für seinen außergewöhnlichen kreisförmigen Straßenverlauf bekannt. Haminas Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, der Stadtplan stammt jedoch aus den 1720er Jahren. Die auch im internationalen Maßstab seltene kreisförmige Stadt ist dank ihrer Schutzwälle gut erhalten geblieben. Im Zentrum steht das Rathaus, das von jeder Straßenecke aus zu sehen ist. Das parkähnliche Naherholungsgebiet auf der Meeresinsel Tervasaari ist eine Sommeroase für Touristen und Stadtbewohner.

5. Tag: Salpalinja – massive Verteidigungslinie aus dem 2. Weltkrieg
Hamina–Virolahti/Miehikkälä 38/49 km

Auf der Museumsstraße zwischen Hamina und Virojoki kann man noch den Geist vergangener Jahrhunderte spüren. Das Gebiet ist dünner besiedelt, an der Strecke befinden sich jedoch mehrere Sehenswürdigkeiten. Der Weg ist Teil der Großen Küstenstraße vom Ende des 14. Jahrhunderts, die Turku mit Wyborg verband.
Die Salpalinja wurde in den 1940er Jahren zur Verteidigung der Ostgrenze Finnlands errichtet und ist mit etwa 1200 km Länge eine der massivsten Verteidigungslinien aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Salpalinja wird im Bunkermuseum in Virolahti und im Salpalinja-Museum in Miehikkälä vorgestellt. Im Gebiet von Virolahti und Miehikkälä gibt es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten.

6. Tag: Grenzgebiet und Edelsteine Virolahti/Miehikkälä–Lappeenranta 94/84 km

Von der Salpalinja aus steuern wir das Saimaa-Ufer an. Das interessanteste Besuchsziel ist das Edelstein-museum von Ylämaa, zu dessen Sammlung über 5000 verschiedene Edelsteine, Fossilien und Meteoriten aus aller Welt gehören. Zu den Besonderheiten des Museums gehören echte Fossilien von Dinosauriern und Mammuts sowie verschiedenartige Meteoriten. Von Ylämaa nach Lappeenranta sind es gut 50 km. Unter-wegs gibt es Badestrände, jedoch kaum Dienstleistungen. Man muss sich deshalb mit ausreichend Proviant eindecken. Die belebte Grenzstation Vainikkala liegt ebenfalls an der Strecke. Am Abend erreicht man Lappeenranta.

7. Tag: Saimaa-Kanal und Grenzstation nach Russland Lappeenranta–Saimaa-Kanal–Lappeenranta 70 km

Die Route führt vom Hafen von Lappeenranta am Ufer entlang bis zum Saimaa-Kanal. Hinter Lauritsala kommt man zu einer Brücke, die den Kanal überquert. Im Kanalmuseum kann man die ereignisreiche Ge-schichte und den Betrieb des Kanals kennenlernen. Die Strecke verläuft am Kanal entlang bis zum Grenz-übergang Nuijamaa. An der Strecke befindet sich die Schleuse Soskua und eine kleine handbetriebene Fäh-re, die das Überqueren des Kanals mit Fahrrädern ermöglicht. In Nuijamaa kann man sich im Café ausruhen und die kleine Kirche sowie den gewaltigen Findling „Sormuskivi“ besuchen. Von Nuijamaa aus kehrt man durch große Felder wieder zurück. Zwischendurch kann man vom Vogelbeobachtungsturm Konnunsuo aus die Landschaft bewundern und Vögel beobachten. Die Strecke führt zurück nach Lappeenranta.

8. Tag: Lappeenranta

Am Vormittag besuchen wir noch Lappeenranta, das einige reizvolle Besuchsziele bietet. Im Sommer lässt es sich angenehm im Hafen und auf dem Marktplatz sitzen. Einen Besuch der Festung und der Sandburg sollte man ins Programm einbeziehen. Heutzutage herrscht in Lappeenranta ausgesprochen internationales Flair.

Von Lappeenranta aus kann man mit dem Zug oder dem Bus nach Helsinki zurückfahren. Vergessen Sie nicht, vorher einen Platz fürs Fahrrad zu reservieren.

Verbinden Sie die Radtour mit Paddeln, Ausflügen aufs Meer oder Städterundgängen. Genießen Sie die Fahrt!

 

Übernachtung
Porvoo
www.matkailu.porvoo.fi
Loviisa
www.loviisa.fi/matkailu
Kotka
www.visitkotka.fi
Hamina
www.hurmaavahamina.fi
Virolahti/Miehikkälä
www.kaakko135.fi
Lappeenranta
www.gosaimaa.com
 
 

Schwierigkeitsgrad
Mittlerer Schwierigkeitsgrad
Das Profil der Route ist leicht, unterwegs gibt es keine schwierigen Steigungen. Die Wege sind asphaltiert, ausgenommen einige Radwegabschnitte (Helsinki, Porvoo). Einige Tagesabschnitte sind lang, was die Tour etwas anspruchsvoller macht.
Die Übernachtungsgelegenheiten sind zum Teil klein
 


 

PDF: Kuninkaantietä itään_DE.pdf